Ein schlechter Tag für den Räuber Wurzelsepp



Es war wieder einmal ein wunderschöner Sommertag. Die Luft war warm, der Himmel blau mit weissenR Schäfchenwolken und im Wald war alles ruhig und friedlich.
Nein, nicht alles war ruhig. Der Magen des Räubers Wurzelsepp knurrte so laut, dass man meinen
könnte, es wäre ein wütender Fuchs unterwegs.
Deshalb machte sich der Räuber Wurzelsepp auf den Weg zum Bauern am Waldrand. Er freute sich schon
auf die volle Speisekammer, die ihn dort erwartete.
Hinter dem Holunderbusch wartete er, bis die Bauern im Stall beim Melken waren, dann schlich er
sich nach räuberart durch die Haustüre hinein. Mit bester Laune stellte er fest, dass nichts
abgeschlossen war. In der Speisekammer fand er diesmal aber nichts ausser 10 Gläsern mit Marmelade,
die er natürlich sofort einsteckte und dann auf leisen Sohlen wieder hinausschlich.
Kaum war er vor der Haustüre, da hörte er den Wachhund bellen.
"Oh weh, nichts wie weg!" dachte sich der Räuber und begann mit schnellen Schritten auf den Waldrand
zuzulaufen.
Doch der Hund gab nicht auf und sprang laut bellend hinter ihm her. Ja, er holte sogar auf und biss den
Räuber in die Waden. Nur gut, dass der Wurzelsepp inzwischen den Wald erreichte und schnell auf einen
Baum kletterte.
Jetzt endlich gab der Hund auf und trabte nach Hause.
Wütend rieb sich der Räuber Wurzelsepp die Waden und humpelte zu seiner Höhle. Sein einziger Trost war,
dass er jetzt in Ruhe die 10 Gläser Marmelade verspeisen konnte. Und dies tat er auch sogleich. Jedoch,
als er die Gläser öffnete, war es nur Zwetschgenmarelade und davon bekam der Räuber dann so stark
Durchfall, dass er eine Woche lang nicht mehr räubern konnte.
Tja, diesmal hat der Bauer den Räuber mal reingelegt. Er war richtig stolz auf seinen aufmerksamen
Wachhund.