Friedhof


Auf m Friedhof dob m Fleacke, do leabet viele Leit
Do ka i Manchen treaffe, deans heit numma geit
Stand i vor a Grab na, lies in Gold ond Grau
Name, die i kennt ha, do stoht de mei dann au
Mechsch a bitzle träume, dann gohsch zum Friedhof num
Die Stille vo de Gräber isch dicht um di rum

Zeit bleibt iamol stau ond fangt a ruckwärts gau
Se bringt mer viel Bekannte, Nachbaure ond Verwandte
Die Näme krieget Gsichter, die Gsichter wäret Leit
S Leabe wachst gau dichter, aus Geschtern wiat iatz Heit
Mechsch a bitzle träume, dann gohsch zum Friedhof num
Die Stille vo de Gräber isch dicht um di rum

Die Leit sind it blos gange, do isch a Leabe fut
Im meine dicht verfange, drum fehlt mir au a Stuck
Oft isch mers gar it so im Sinn, wer alls verschwunde isch
Escht wenn i auf m Friedhof bin, kut mer, wean i vermiss
Mechsch a bitzle träume, dann gohsch zum Friedhof num
Die Stille vo de Gräber isch dicht um di rum

Die Rois, wo goht se für eis na, wo isch denn eiser Ziel
Was i no it erkenne ka, bedeutet doch so viel
Die oine wearet naufweats glenkt, die andere gand na
Es geit blos oin, der Leabe schenkt, blos oinar, der des ka
Mechsch du meh als träume, brauchsch it zum Friedhof gau
Es geit blos oi Person, auf die kasch di verlau











Friedhof

Auf dem Friedhof oben im Dorf, da leben viele Leute
Dort kann ich Menschen treffen, die es heute nicht mehr gibt
Steh ich vor einem Grab, lese in Gold und Grau
Namen, die ich kannte und meiner steht dort später auch
Willst du ein wenig träumen, dann geh zum Friedhof rüber
Die Stille der Gräber ist dicht um dich herum

Zeit bleibt manchmal stehen und fängt an, rückwärts zu gehen
Sie bringt mir viele Bekannte, Nachbarn und Verwandte
Die Namen erhalten Gesichter, die Gesichter werden Leut
Das Leben wird immer dichter, aus Gestern wird jetzt Heut
Willst du ein wenig träumen, dann geh zum Friedhof rüber
Die Stille der Gräber ist dicht um dich herum

Die Menschen sind nicht nur gegangen, ein ganzes Leben ist weg
Im meinem dicht verfangen, deshalb fehlt mir auch ein Stück
Oft ist es mir gar nicht bewußt, wer alles verschwunden ist
Erst, wenn ich auf dem Friedhof bin, kommt ich, wen ich vermisse
Willst du ein wenig träumen, dann geh zum Friedhof rüber
Die Stille der Gräber ist dicht um dich herum

Die Reise, wo geht sie für uns hin, wo ist unser Ziel
Was ich noch nicht erkennen kann, bedeutet doch so viel
Die einen werden aufwärts gehn, die anderen dann unter
Es gibt nur Einen, der Leben schenkt, nur Einer, der dies kann
Willst du mehr als Träume, musst du nicht zum Friedhof gehn
Es gibt nur eine Person, auf die kannst du dich verlassen