An der Bregenzer Ach (03.10.2025)

Ausgangspunkt: Camping Bozenau bei Doren

Charakter: Wanderung, ca. 4 Std , 16 km

Seit Jahren schon wollte ich diese Wanderung unternehmen und heute
klappt es endlich. Ich freue mich sehr auf diese Schlucht, von der
ich schon so viel gehört habe. Hören reicht aber nicht aus, man muss
die Schlucht selber erwandern.

Beim Campingplatz kann man kostenlos parken, was nicht mehr selbstver-
ständlich ist. Die meisten wenden sich hier dann links hinauf Richtung
Egg, denn dorthin führt ein guter Radweg. Für die neuen, schweren, high-
tech Bikes ja alles kein Problem mehr. Da kann es sich ergeben, dass das
Auto, mit dem die Bikes transportiert werden, weniger gekostet hatte, als
die Fahrräder.

Jetzt zur Wanderung:
Wir gehen auf breitem, guten Forstweg an der Ach entlang vor bis zum ersten
Tunnel, der noch von der Eisenbahnstrecke stammt. Hier mündet die Rothach
in die Bregenzer Ach.
Nach dem Tunnel gibt es nur noch einen schmalen Waldpfad, der schon etwas
verwildert ist, aber gut begehbar.

So wandern wir in die Stille und Einsamkeit dieser Schlucht weiter, genießen
jeden Meter der herrlichen Landschaft, der unberührten Natur, der Felswände,
der steilen Waldhänge. Immer wieder begegnen wir Überresten der Eisenbahn.
Ungefähr in der Mitte der Strecke zog ich mir eine ordentliche Zerrung von
Oberschenkel zu und wir mussten deshalb umkehren. Hat mich sehr geärgert.
Andererseits war ich froh, dass ich es geschafft habe, die 4 km zurück zu
humpeln. Das hätte wesentlich schlimmer ausgehen können.

Sobald ich wieder fit bin, werde ich wieder losziehen, um diese Schlucht noch
vollständig zu entdecken. Und sicher weitere Male noch - hoffentlich.

Am 01.11. war es dann so weit: endlich konnte ich die Schlucht ganz durch
wandern und sogar auch noch zurück. Es sind noch viele beeindruckende und
wilde Abschnitte gekommen, es hat sich also gelohnt. Gottseidank ging es
diesmal ohne Unfälle ab.

Diese Hängebrücke führt hinüber Richtung Burgen

Hier beginnt der Wanderweg

Früher war es eine Bahnstrecke

Und hier war auch der Bahnhof

Zuerst auf breitem, gutem Weg

Begleitet von der faszinierenden Aach



Immer wieder auch Felswände

Kiesbänke, eigenartig geformte Felsen







Beim ersten Tunnel

Hier fliesst die Rothach in die Aach



Im Tunnel

Ab hier wird es ein schmaler Fußpfad



Aus alten Schwellen eine Sitzbank gemacht



Eine große Kiesbank



Wie im Dschungel

Fels im Fluss















Schöne Wildnis

















Reste von Strommasten



















Hier musste ich beim letzen Mal umkehren









Aus alten Bahnschwellen gebaut...

Hier führte einst eine Hängebrücke über die Ach





Ein Hangrutsch, alles ist in Bewegung



Man muss aufpassen, wie man hier durchkommt



Unheimliche Ruinen im Wald

Es war eine Abfüllstation, Materal aus

den Minen im Wirtatobel wurde hier geladen





vergangene Zeiten, vergessene Zeiten





auf schmalen Pfaden





Der 2. Tunnel

Weiter, immer weiter...





















immer noch kein Ende



























Die Bregenzer Ach
Sie kommt bis von der Mohnenfluh herunter und fliesst 67 km
durch den wunderschönen Bregenzerwald. Fast alle Dörfer der
Region liegen an den Ufern der Ach oder im Tal einer der
Nebenflüsse.
Zwischen Hard und Bregenz mündet sie in den Bodensee und
bildet dort ein wachsendes Delta, das streng geschützt ist.

Von Egg bis nach Kennelbach zieht sich die Bregenzerachschlucht.
Diese Schlucht ist nicht besiedelt, teilweise mit steilen Waldhängen,
die unzugänglich sind. Dort gibt es keine Straßen und Siedlungen.
Nur Natur pur. Deshalb ein besonderes Erlebnis, diese Schlucht
zu durchwandern.

Ein schmaler Pfad folgt der stillgelegten Trasse der Bregenzerwald-
bahn durch die Schlucht bis Kennelbach. Die Bahn wurde aufgegeben,
weil sie laufend verschüttet wurde, Felsstürze und Erdrutsche mit
Hochwasser kamen so oft vor und die Instandhaltung war so aufwendig,
dass 1985 beschlossen wurde, die Strecke stillzulegen.
Spuren der Bahn sind vielfach noch zu erkennen.
Der Weg ist nicht offiziell als Wanderweg freigegeben, sonder das Be-
gehen ist auf eigene Gefahr.

Die Schlucht verwildert immer mehr und weil die Hänge instabil sind,
gibt es auch keine Waldarbeit dort. Die Schlucht ist einer der wenigen
Orte in der Region, wo man fast keine Spuren von menschlicher Zivilisation
mehr findet.
Die Wanderung hat etwas von Abenteuer in der Wildnis für mich, hat eine
besondere Stimmung, gefällt mir sehr.