Burgstall Sterklings
Sterklings ist ein interessanter, kleiner Weiler mit viel Geschichte. Während man
von ganz vielen Burgställen hier in der Gegend kaum etwas in Erfahrung bringen kann,
gibt es hier wenigstens ein paar kleine historische Hinweise.
Wikipedia habe ich folgendes über den Weiler entnommen:
Der Weiler Sterklings gehört gemeindlich zur Stadt Kempten. Früher lag er am Rande
des großen Wagegger Weihers (800 Tagwerk groß), der dem Fürststift Kempten gehörte.
Der Weiher wurde 1693 bis 1697 aus einem kleinen natürlichen Weiher aufgestaut.
1715 und 1716 wurde noch einmal gestaut, nach der Säkularisation um 1800 herum, jedoch
dann abgelassen. Hinten beim Ort Priors kann man heute noch die große Staumauer
gut erkennen.
Frühere Bezeichnungen von Sterklings waren "Starchelingen, Stärklings, Störkhlins.
1140 wurde der Ort frühestens erwähnt, als ein Marquard von Günzburg ein Gut zu
Starchelingen dem Augsburger Kloster schenkte.
1738 ist in Sterklings ein einzelner Hof nachgewiesen. 1819 lebten dort 10 Bewohner.
1900 noch neun Bewohner, 1954 noch sechs.
Heute sollen es 12 Bewohner sein.
Der Burgstall ist unterhalb des Weilers, direkt an der B12 zu finden. Ein Feldweg führt
hinab und links unter der B12 durch und schon steht man am Burghügel. Ich bin zuerst
daran vorbeigegangen und habe überlegt, wo denn jetzt nur der Burgstall sein könnte.
Nachdem er unscheinbare Hügel am Straßenrand die einzige Erhebung hier ist, bin ich
dann doch mal dort hinaufgegangen. Und tatsächlich ist oben ein Gedenkstein zu finden.
Am Fuße des Hügels steht ein großes Holzkreuz und eine kleine Bank. Der Hügel selber ist
völlig zugewachsen und verbuscht. Man kommt nur unbequem hinauf und oben gibt es auch
nicht viel zu sehen. Direkt dahinter sausen die Autos durch.
Die Form des Hügels ist eher rechteckig, ca. 15 m lang. Ein paar Schürfgruben sind auf
dem Hügel zu finden. Sie wurden in den 50er Jahren gegraben, um zu prüfen, ob der Platz
als Kiesgrube geeignet wäre. Dem war scheinbar dann nicht so.
Der Burghügel stand früher am südlichen Ausläufer des Wagegger Weiher, deshalb kann gut
sein, dass mal ein Graben um den Hügel gezogen war, der jedoch vom Wasser weggeschwemmt
wurde.
Bis in die 30er Jahre stand auf dem Hügel ein Forsthaus. Davon wurden noch hier noch
Kacheln mit dunkler Glasur gefunden.
Geschichtliche Daten:
1213 besitzt das Kloster Augsburg noch zwei Huben in Sterklings. Nach den Regenten des
Stiftes Kempten erwirbt im Jahre 1584 der Wagegger Vogt, Junker Reinhardt von Bernhausen
zwei lehensfreie Güter zu Sterklings. 1607 hat dieser ausserdem noch den Bauhof des
Schlosses Wagegg zu Lehen. 1642 verkaufen die Bernhauserschen Erben ihr "Gesäss zum Land-
fried" an das Stift Kempten. Eventuell war dies um 1700, als der Wagegger Weiher angelegt
wurde noch Sitz des Stiftischen Fischmeisters.
Das waren jetzt doch etliche Informationen. Wär hätte das gedacht, bei einem so unscheinbaren
Burgstall.
Burgstelle ist in folgender Tour zu finden:
Sterklings - Burgstall |
Ein kleiner Bach vor dem Burghügel
Hinten der Burghügel, kaum als solcher erkennbar
Alles überwuchert und voller Büsche
Man kommt schwer durch
Blick hinab vom Burgstall, vorne der kleine Bach
Der Gedenkstein
Nochmal der Bach
Der Burghügel vom Bach aus
Der Weiher neben dem Hügel